29.02.12

Immer auf Achse

Hi ihr Lieben,
zwischen Norwegen und Finnland bin ich ein paar Tage daheim und trotzdem viel unterwegs. Zum einen weil ich viel draußen war und zum anderen weil ich am Dienstag nach Wien gedüst bin, um bei einer genialen Scheckübergabe dabei zu sein. Gewonnen haben österreichische Sporttalente, die nun mit zusätzlichen Mitteln noch besser gefördert werden.

Im Rahmen der 1. Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 hat Procter & Gamble die ÖOC-Nachwuchsförderung unterstützt. Mit jeder im Jänner 2012 verkauften Packung Ariel, Gillette, Oral-B und Pampers wurde gespendet, herausgekommen sind satte 75.000 Euro. Ich habe die Aktion als Botschafter begleitet und freu mich riesig, dass so ein riesen Betrag dabei rausgekommen ist. Herzlichen Dank an alle, die dabei mitgeholfen haben.

In meinen ruhigen Stunden hab ich wieder mit viel Freude eure Kommentare gelesen, cool, dass das Video so gut bei euch ankommt und claro bin ich bei diesem Dreh geschminkt gewesen. Das tut nicht weh und gehört halt einfach dazu, aber immer ist das natürlich nicht so. Auch eure Tipps für meine nächste Kollektion find ich super, ich hoffe ich kann sie umsetzen, bis es soweit ist, dauert es aber noch. Morgen geht’s ab nach Lahti und dann weiter nach Trondheim und Oslo. Das nordische Tournament steht am Programm, ich freu mich schon aufs Springen und werde noch einmal versuchen meine Qualitäten voll auszuspielen und anzugreifen, schließlich geht’s ja noch um den Gesamtweltcup. Die Tournee-Sieger Shirts die ihr bereits geordert habt, sind übrigens endlich unterwegs, sorry nochmals wegen der längeren Warterei, aber wie ihr wisst muss die Qualität der Artikel einfach passen und vom Prototypen bis hin zum fertigen coolen T-shirt dauerts halt einfach seine Zeit. Ich habe auch genügend nachbestellt, die sollten so bald als möglich im Online-Shop landen. Behaltet gute Laune, ich hoffe eure Daumen sind in Lahti wieder mit dabei, bis dann
Euer GS

 
26.02.12

Ein Viertel Gold

Gregor Schlierenzauer ist Weltmeister und holt nach der missglückten Einzelattacke mit der österreichischen Mannschaft Gold.

Skifliegen kann so schön sein. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit und vorausgesetzt die Luken werden nachvollziehbar getauscht. Im Vergleich zur Einzelkonkurrenz kam beim heutigen Teamfliegen kaum bis gar kein Wind auf, der Sport schien der Mathematik endlich davonzufliegen. Beinahe jeder kam auf seine Flugmeter, Gregor bei seinem ersten Durchgang auf sehenswerte 217, die zeigten, was möglich ist, wenn das Drumherum passt. Ähnliches war dem Stubaitaler in Durchgang zwei leider nicht vergönnt. Während die direkte Konkurrenz bei zartem Aufwind in die Tiefe segelte, wurde vor dem Tiroler um zwei Luken verkürzt. Kaum am Balken war der Wind wieder eingeschlafen, es reichte für 190,5 Meter, der Vorsprung wurde damit ausgebaut. Martin Koch flog Österreich zum Weltmeistertitel, Deutschland holte Silber, Slowenien Bronze, Norwegen blieb das undankbare Blech. Die heimischen Vier - Thomas Morgenstern und Andreas Kofler gelang ein ebenfalls tadelloser Job – verteidigten damit ihren Titel erfolgreich.

Gregor, Ende gut, alles gut?
Ja schon, es ist auf jeden Fall eine große Genugtuung für mich, da es auch heute nicht einfach war. Ich wollte endlich wieder Fliegen, der erste Durchgang war wirklich fein, da habe ich wieder etwas gespürt, der zweite war den Umständen entsprechend auch sehr gut.

Wie nervös warst du vor dem zweiten Flug?
Es war eine schwierige Situation, zwei Luken weniger und obendrein weniger Wind als die Springer vor mir, das kann schnell ins Auge gehen. Ich bin bei mir geblieben, Gott sei Dank ist es gut gegangen.

Jetzt kommt Lahti und der Angriff auf die große Kugel?
Genau so ist es. Nach dem Tournee-Sieg war ich bisher auf Vikersund fokussiert. Das Kapitel ging heute doch noch positiv zu Ende, jetzt geht’s um den Weltcup. Es ist alles offen, jetzt geht’s wieder auf kleinere Backen und die Karten werden neu gemischt.

Liebe Grüße an euch alle, vielen Dank für eure netten Worte, mir taugts extrem dass ihr immer da seid und egal was passiert hinter mir steht. Ich melde mich wieder aus Finnland, bis dann!

 
25.02.12

Chancenlos

Der neue Flugweltmeister heißt Robert Kranjec und wie nicht anders zu erwarten, haben perfekte Flüge, starke Nerven und die erforderliche Portion Glück den Unterschied ausgemacht. GS landet früher als erhofft.

Fünfzig Prozent der Flüge mussten aufgrund der instabilen Winde storniert werden, damit wurde die Weltmeisterschaft in lediglich zwei Durchgängen entschieden, was zuletzt vor zehn Jahren und in Harrachow der Fall war. Damals triumphierte Sven Hannawald, heute schrieb Kranjec Skifluggeschichte. Der Slowene ist der erste seines Landes, der zu WM-Gold flog, auf den Plätzen landeten Rune Velta (NOR) und Martin Koch, der trotz eines Sturzes als Dritter auf das Siegerpodest kletterte. GS landete bei 206,5 und 174,5 Metern und musste sich mit Platz 18 begnügen. Zum einen erwischte der Stubaitaler keine optimalen Verhältnisse, zum anderen wollte er im Finale ein wenig zu viel des Guten. Morgen wird im Team um die Wette geflogen.

Gregor, sehr enttäuscht?
Ja und nein. Der erste Flug war von der Leistung her absolut in Ordnung, aber leider hat unten der Wind und somit die Weite gefehlt. Die Ausgangsposition hat eine Attacke quasi herausgefordert, ich bin deshalb im zweiten Durchgang volles Risiko gegangen und habe ein wenig überzogen. Das zipft mich natürlich an, den Kopf stecke ich deshalb aber nicht in den Sand. Ich habe meinen Job mit Sicherheit nicht verlernt und glaube nach wie vor an meine Stärken, aber so durchgereicht zu werden ist schon bitter. Robert ist ein verdienter Weltmeister und das Martin trotz Sturz noch Dritter wird ist natürlich gewaltig. Für ihn freue ich mich ganz besonders.

Morgen folgt der Teambewerb, welche Chancen rechnet ihr euch aus.
Gute, wobei es mit Sicherheit spannend hergeht.

Angst, dass der Wind zum Spielverderber wird?
Angst nicht, aber natürlich kann der Wind mitentscheiden. Es ist in diesem Winter schon so viel passiert, fein wäre, wenn endlich alle die gleichen Verhältnisse haben und die Zuschauer eine faire Weitenjagd bejubeln können. Das hätten sich alle verdient, aber es ist wie immer, wir müssen nehmen was kommt und versuchen das Beste daraus zu machen.